Pia Piaggio erforscht Medienkunst

Kunst war noch nie besonders leicht zu verstehen. Wohl fällt es uns nicht schwer, Bilder, Objekte oder Skulpturen schön oder eben nicht schön zu finden, aber warum das so ist, können wir oftmals nicht erklären. Meist nimmt uns schlichtweg die Form oder Farbe gefangen, ohne dass wir den tatsächlichen Kunstbezug in Worte fassen könnten. Dieser ist meist recht aufwendig zu erforschen; erfordert es nicht selten, sich in die betreffende Epoche im Allgemeinen sowie in das Werk des jeweiligen Künstlers im Besonderen einzuarbeiten, um alle Nuancen und Facetten eines Kunstwerks wahrzunehmen. Und je neuer eine Kunstrichtung ist, desto ratloser stehen wir als Null-Acht-Fünfzehn-Rezipienten davor.

Auf Spurensuche

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Derzeit sind wir mit dem Begriff der Medienkunst konfrontiert, von dem wir insgesamt nur wissen, dass diese moderne Kunstrichtung irgendwie mit den Medien zu tun hat. Der Fächer ist weit, reicht von einem computerbearbeiteten Bild oder einer Diapräsentation über eine Videoperformance bis hin zu interaktiven Installationen. Gleichzeitig scheint das Anforderungsprofil an einen Medienkünstler allerdings klar umrissen, gibt es doch mittlerweile etliche Fachhochschulen und Universitäten, die diesen Studiengang anbieten. Aber was steckt denn nun eigentlich genau hinter diesem Begriff? Welcher Werkzeuge und Utensilien bedienen sich Medienkünstler und mir welchen Kernaussagen beschäftigen sie sich?

Max Moswitzer

Der Österreicher Max Moswitzer mag uns durchaus als exemplarisches Beispiel für einen waschechten Vertreter dieser Kunstdisziplin dienen. Er war 1987 noch keine zwanzig Jahre jung, da bekam er schon ein Stipendium der Ars Electronica, die unumstritten als Pionierinstitution auf dem Gebiet der Digitalen Kunst angesehen werden kann. Ab da zeigt die Vita von Max Moswitzer eine kontinuierliche Entwicklung im Bereich der Medienkunst respektive der Interaktiven Kunst. In den 90-er Jahren entwickelte er das ASCII-Rennen, wo er ferngesteuerte Videokarren durch die Schlucht des O.K. rasen ließ und sein Publikum mit Bildern „aus der Alligatorperspektive” konfrontierte. Nach der Jahrtausendwende widmete er sich dem nybble-engine-Projekt, das er zusammen mit Margarete Jahrmann kreierte. 2003 erhielten sie dafür den Prix Ars Electronica der Disziplin Interactive Arts. Sie benutzten „… die Unreal Tournament Engine, einen Ego-Shooter, der mittels einer Modifikation und Total Conversion zweckentfremdet wurde…“, so fasst es Max Moswitzer zusammen. Sein Curriculum ist prall gefüllt mit Ausstellungen und Auszeichnungen in vielen Ländern Europas.

Hochschulen der Künste

Mittlerweile doziert er an den Kunsthochschulen Wien und Zürich, an letztgenannter, der ZHdK, im Bereich Game Design. Hauptsächlich widmet er sich den neuen Möglichkeiten durch das Web 3D. Als Dozent realisiert er mit seinen Studenten Projekte im Second Life, als Künstler arbeitet er an „WhiteNoise“, wofür er im vergangenen Jahr mit dem Second Life Architecture Awards der Ars Electronica ausgezeichnet wurde. Im Grid heißt er MosMax Hax und Pia Piaggio hat heute ein Date mit ihm in der virtuellen Dependance der ZHdK, die sich Synthetic University nennt.


University

„Das ist ja schon fast charakteristisch“, meint Pia beim Anflug auf die Sim. Was jetzt? Dass virtuelle Kunst-Locations gerne in der Luft schweben? Sie nickt. „Kunsthochburgen eben“, setzt sie noch recht trocken nach und steuert dann auf das luftige Gebäude zu.


Empfang

Die Empfangszone ist von der rosigen Vormittagssonne beschienen und taucht alles in ein unschuldiges pastellfarbenes Licht. Pia ist ein wenig zu früh, noch liegt die Sim verlassen da.


Souvenirs

Durch einen Vorhang aus Lichtstreifen schweift Pias Blick über die Etage. „Da hinten gibt’s Souvenirs“, bemerkt sie, „zum Beispiel einen Joghurtbecher zum Reinkriechen.“ Na super, ein ausgesprochen nützliches Accessoire, ganz klar. Pia kichert und zoomt sich weiter.


Freebies

„Da stehe ich doch eher auf schrille Fummel“, flötet sie und packt sich ihr Inventar mit den recht ausgefallenen Modellen voll. „Haben die Studenten kreiert“, säuselt sie und zerrt die offizielle Uniform der Synthetic University auf sich. „Das ist doch die passende Klamotte, wenn ich diesen Laden hier erforsche, oder?“, zwinkert sie mir zu.


Uniform

Beschlippst und barfuß hockt sie sich auf eine herumstehende Kiste und wartet. Die Fußkälte in dieser Höhe lässt sich an Pias Haltung kaum übersehen, aber sie weigert sich hartnäckig, Schuhe anzuziehen. Warum, das kann sie nicht genau erklären. „Will ich eben nicht“, fasst sie ihre komischen Bedürfnisse zusammen und ich kann mich nur wundern.


Moswitzer

Dann jedoch lockt uns ein seltsames Pochen aus der Diskussion. „Tock-tock…….tok-tok-tok……tock“ , macht es. Ganz in unserer Nähe ist der Rabe Max Wysznowitzer aufgetaucht. „Mensch, Stephy, davon hast du mir aber nix gesagt. Der Typ ist ja pechschwarz!“, flüstert sie entsetzt. Immer die Ruhe, Pia, das ist doch gar nicht MosMax Hax. „Nicht Max?“, fragt sie verdutzt. Doch Max, aber nicht DER Max. Nun schaut sie verwirrt.


MosMax Hax

Da schält sich gleich nebendran eine reinweiße Gestalt aus dem Gridäther.


Echter Max

„Hallo Pia“, begrüßt sie der echte Max. „Und der ECHTE ist nun komplett weiß“, wispert sie mir aufgeregt zu. Ja, Pia, da kannst du dich auf was gefasst machen, das deutet sich wohl schon an. „Der Raabe Max ist mein Pixel“, erklärt MosMax Hax ihr nun, „mein treuer Vasall im virtuellen Leben.“ Pia schaut verdutzt. So eine Art Maskottchen zische ich ihr zu, damit sie mich jetzt nicht mit einer blöden Nachfrage blamiert.


Los gehts

„Komm Pia, steig ein. Ich zeige dir jetzt mal die Synthetic University. Ein Teleportsystem oder einen Pfad gibt es hier nicht. Hier ist alles auf Chaos und Anarchie ausgelegt und nicht auf Usability“, erläutert er ihr augenzwinkernd. „Hier zählt der Entdeckungsgeist. Spielerisches Erforschen und so. “ Pia wirft mir einen verunsicherten Blick zu und hockt sich ganz dicht an den MosMax ran. Dann springt der Motor des Achtzylinders an und ein kraftvolles Vibrieren fährt durch Pias Shape.


ZHK

„Das da ist das Hauptgebäude der ZHdK. Dort sind einige studentische Arbeiten ausgestellt. Im April gab es hier ein Mordspektakel. Wir haben das ganze Ding gesprengt.“ Pia schaut ihn verdutzt an. „Gesprengt?“, fragt sie überflüssigerweise noch einmal nach. MosMax Hax nickt.


Renaissance

„Uns ging es dabei um die virtuelle Dekonstruktion und Renaissance“, erläutert er. „Die Dekonstruktion ist um ein Vielfaches aufwendiger, als der Bau, die Konstruktion also, eines Gebäudes. Eine ordentliche virtuelle Sprengung erfordert unzählige Scripts, um den Prozess in Gang zu halten. Es verhält sich also genau umgekehrt, als im realen Leben.“ Das ist ja ein Ding. Finde ich voll sympathisch – eine Welt, in der die Zerstörung schwieriger ist, als das Erschaffen. Das wird den Dingen doch insgesamt sehr viel gerechter, denke ich noch, da geht es schon weiter.


Toni Areal

„Das hier nennen wir die Milchstraße“, ruft MosMax über den röhrenden Dieselmotor des Töff-Töffs hinweg, das sich die freischwebende Betontrasse hinaufwindet. „Es ist ein
denkmalgeschützter Rest einer Milchfabrik, des Toni-Areals in Zürich. Steht da einfach so rum“, murmelt er noch, bevor er ins Hauptgebäude hineinfährt. Ich kriege es nicht richtig gebacken, wo diese Milchstraße nun einfach so rumsteht, hier oder in Zürich, aber noch bevor ich nachhaken kann, befinden wir uns in der Ausstellungshalle, wo sich gleich darauf weitere Fragen auftun.


Medienkunst

„Hier sind nun so einige Arbeiten der Studenten ausgestellt.“ „Studieren die hier im Second Life?“, will Pia wissen. „Nein. Sie studieren hier, in Zürich. Von Zeit zu Zeit jedoch biete ich Projekte im Second Life an.“ „Die erfreuen sich ganz bestimmt eines regen Andrangs“, unterstellt Pia, worauf MosMax mit dem Kopf schüttelt. „Eher nicht. Die meisten Studenten sind, wie die Öffentlichkeit allgemein, mit lauter Vorurteilen über das Second Life belastet.“ Einen kleinen Moment zögert er. Dann: „Das liegt natürlich an den irreführenden Presseinformationen“, bemerkt er mit einem Blick zu Pia. „Ja, ich weiß, da wird so viel Bockmist zusammengeschrieben von Journaillen, die das SL gar nicht kennen und……“, motzt sie, und was sie sonst noch sagt, blende ich an dieser Stelle lieber aus.


Sandkasten

Den nächsten Stopp machen sie im Sandkasten, wo noch einige Objekte herumstehen, an denen sich fortschrittliche Studenten versucht haben. „Die Kunsthochschule Zürich ist eher designorientiert. Bei den Objekten geht es also auch immer um den Gebrauchsnutzen. Konkret werden zum Beispiel interaktive Spielkonsolen samt der dazugehörenden Games designt. Das Second Life ist dafür ein hervorragendes Tool“, führt er aus. „Ein Tool?“, wiederholt Pia, von blanker Entrüstung gepackt, zu was dieser Medienkünstler ihre Welt degradiert. MosMax Hax nickt. „Ja, ein Tool. Ein gutes 3D-Tool, um gemeinsam an Projekten und Prototypen zu arbeiten, also ein sogenanntes Collaborative Working Environment “, setzt er noch nach, was sich für Pia irgendwie recht interessant anhört und sie ein wenig beschwichtigt.


HKW

„So, jetzt juckeln wir mal zur Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Die haben ihre Sim gleich nebenan. Hier geht es mehr um Kunst, als um Design.“ Pia nickt wissend.


Sudoku

„Das hier ist beispielsweise ein Sudoku-Klo“, kommentiert MosMax das sepia dekorierte Klosett mit Aquarienspülkasten und der Sudoku-Klopapierrolle in greifbarer Nähe. „Wenn du eine Runde gewonnen hast, wirst du mir einem Überraschungsteleport belohnt. Eine tolle Art, um neue Plätze aufzuspüren“, verrät er Pia.


Fahrt

Der Tegatti schwingt sich wieder in die Luft, als sei er ein Federlein. „Wo ist eigentlich Max Wysznowitzer abgeblieben?“, wundert sich Pia. „Der ist wohl auf der Simgrenze verloren gegangen. Das passiert schon mal. Sind magische Grenzen. Dinge verschwinden einfach; bleiben im Übergang hängen und tauchen dann an ganz anderen Orten wieder auf, nicht selten mit verlorenen Objekten und Eigenschaften “, philosophiert er und Pia lauscht ihm wie gebannt.


Zoo

„Das dort ist unser kleiner Zoo. Wir halten hier normalerweise drei Wölfe, aber zwei hauen andauernd ab. Keiner weiß wie, weil das Gelände ja eingezäunt ist. Und trotzdem passiert es immer wieder“, beklagt er sich. „Hey Adolf Svoboda“, ruft er dem Tierpfleger zu, „wo sind Ritsch und Ratsch?“ „Hi MosMax. Wenn ich’s nur wüsste. Wahrscheinlich reißen sie wieder die Schafe vom Nachbarn“, mutmaßt Adolf finster. „Na, zum Glück ist hier alles von den Universitäten finanziert. Ein paar verlorene Schafe sprengen da kein Budget“, witzelt MosMax und gibt dem Pick-up die Sporen, denn es bleibt noch vieles, vieles zu sehen, wie er Pia versichert.


Pilotenschule

Zum Beispiel die S+R Pilotenschule, die von Wolfgeng Hienrichs mit dem Motto „search and rescue to serve and evacuate“ betrieben wird. Dort werden nicht nur exklusive Luftgefährte
kreiert, sondern auch der Umgang damit gelehrt. Eine der ausgebildeten Pilotinnen hat sich mit Rundflügen über das legendäre Nautilus schon ein eigenes Standbein aufbauen können.


Game

Gleich gegenüber ist die virtuelle Playstation von Fuzzy Janus aufgebaut. „Ein schnelles, buntes und heftiges Spiel“, verspricht er Pia und sie zocken eine Runde, bevor sie die Medienkunst-Tourroute wieder aufnehmen.


Steigflugfahrt

„So, und jetzt geht es in luftige Gefilde“, kündigt MosMax an und gleich darauf steigen sie senkrecht in den Abendhimmel. Dabei passieren sie diverse Luftstationen, auf denen sich studentische Builder ein ruhiges Arbeitsplätzchen eingerichtet haben.


Kunstplateau

Schließlich landen sie auf einem kleinen Plateau.


Personality

Zwei identische Skins und ein fetter Rechner mit zwei in die Luft ragenden Kabelenden – mehr ist dort nicht zu sehen. Jedoch informiert ein Notecard über den künstlerischen Bezug dieser himmelshohen Installation. Das Ganze nennt sich „Split Personality“ und ist eine Arbeit von Quad Anatra. Er klonte seinen Standardavatar auf einem einzigen Rechner und ließ die Zwillinge dann so lange leben, bis der Absturz des Rechners den beiden den Garaus machte. Dabei ging es ihm um die Grenzen der virtualen Präsenz in Abhängigkeit zum realen Leben.


Fragil

„Dann ist unser virtuelles Dasein ja recht fragil“, wendet sich Pia an MosMax. „Und ich dachte immer, wir Avatare wären unsterblich.“ „Solange der Strom fließt und der Server arbeitet, sind wir das auch. Aber wehe, wenn nicht“, gibt er Pia zu bedenken. Dann grinst er sie an und gibt Gas.


Sturzflug

Schnauze nach vorn knattert der Tegatti Richtung Hochschulinseln und Pia klammert sich an den hartgummibezogenen mausgrauen Sitzen fest, aus denen der Staub verwegener Gridlandschaften herausrieselt.


Röhre

Im rasanten Schwung biegt MosMax scharf in eine schrill farbene Gitterröhre ab.


Rutsch

Die Reifen brettern über das leuchtende Netz und jede Querstrebe wirkt wie eine Speedbomb im verkehrsberuhigten realen Straßenbereich. Hier allerdings geht es voll Speed nach unten. „Musst mal Mouselook anschalten. Dann wird’s erst richtig gut!“, rät er Pia, der allerdings auch so schon ganz schlecht wird.


Kirche

Die Röhre spuckt ihr Vehikel vor einer Art Kugelgebäude aus. „Was ist denn das?“, wundert sich Pia. „Das ist ein Projekt von Hardwarehacker Hoch. Nennt sich „3rd Life Church“. Realisiere ich für ihn als SL-Architekt. Es geht dabei um Freiheit. Um absolute und uneingeschränkte Freiheit. Aber das ist ein ganz eigenes Ding. Kann ich dir auf die Schnelle nicht erklären. Jetzt zeige ich dir noch Ouvroir. Dafür müssen wir unten lang“, informiert er Pia, und ehe sie sich versieht, jagt der Pick-up durch eine Unterwasserlandschaft.


Fahrt

„Ganz schön vermüllt hier unten“, stellt MosMax mit einem Blick auf die halb eingesunkenen Autowracks fest.


Trolwerk

„Oder ist das etwa die neue Installation von den Trollen?“ Einen Moment lang betrachtet er das Arrangement. „Ja, ich meine, es sind die Trolle, die sich hier unten gerne austobt. Diese Installation heißt glaube ich „two in back“, wenn ich mich nicht täusche. Aber jetzt lass uns weiter zu Chris Marker.“ Pia schaut mich unsicher an. „Muss ich den kennen?“, flüstert sie mir zu. Oh ja, natürlich doch! Chris Marker war schließlich ein Schüler Jean Paul Sartres und entwickelte sich zu einem bedeutenden Schriftsteller, Fotografen und Dokumentarfilmer.


Museum

Die Züricher Hochschule der Künste widmet ihm einen festen Simbereich mit einem eigenen Museumskomplex.


Rampe

„Diese Ausstellung wird sukzessive erweitert. Ich stehe im Kontakt zu Chris Marker und von Zeit zu Zeit ergänzen wir einige Kleinigkeiten“, verrät MosMax. Und dann geht es die Rampe hoch.


Fotogalerie

Die knallrote Kugel beherbergt bisweilen zahlreiche emblematische Fotografien des Künstlers und MosMax Hax gerät ins Schwärmen. Über eine Rampe geht es in den unteren Teil der Kugel, wo auch einige Chris Marker Filme anzuschauen sind. „So, jetzt würde ich aber gerne noch deine „WhiteNoise“ Skulptur sehen“, fordert Pia ihn irgendwann auf. „Klar doch“, entgegnet MosMax und jagt aus der Museumskugel geradewegs in den Gridhimmel.


Ferne

In der Ferne taucht ein schwebendes weißes Podest auf, aus dem ein morbides Konstrukt herausragt.


WhiteNoise

„Das ist „WhiteNoise 1“. Diese Skulptur besteht aus lauter entfärbten Freebies, die ich zusammengefügt und fest miteinander verbunden habe.“


Tuchfühlung

„Das ergibt eine virtuelle Architektur, eine non-human-architecture.“


Architektur

„Denn wofür brauchen wir Avatare eigentlich ein Bett, einen Schrank, einen Fernsehsessel? Wir leben ja schließlich unser virtuelles Leben; müssen weder schlafen, noch essen, noch….. na ja.“


Noise

„Für „Little WhiteNoise” habe ich die virtuellen Gratisobjekte noch näher aneinandergebracht, die Skulptur an sich also verdichtet. Dabei habe ich die knapp 1.000 Prims auf nur 25 reduziert.“


Avatar

„Im Moment arbeite ich an einer „WhiteNoise“ Oper, die ich hoffentlich im Februar präsentieren kann“, verrät er Pia. „Ach ja, und natürlich auch am „WhiteNoise“ Avatar, wie du vielleicht schon bemerkt hast.“ Sie nickt.


MosMax

„Denn normalerweise laufe ich so im virtuellen Leben herum“, spricht er und verändert sich von jetzt auf gleich zu einer Art Fabeltier.


Cool

„Hey cool, so gefällst du mir echt besser“, platzt Pia heraus. „So ganz in weiß warst du so….indifferent, ja, das trifft es wohl.“ MosMax lächelt verschmitzt und schlägt dann vor: „Komm, lass uns noch einen Absacker im U-Boot nehmen, ok?“ „Klar“, freut sich Pia.


Rennstrecke

Direkt unter ihnen dümpelt eine kleine Insel vor sich hin, über der eine experimentelle Rennstrecke schwebt.


Plausch

Die zwei fläzen sich in das anheimelnde Sofa des bauchigen U-Boots und plaudern in dem reich dekorierten Ambiente vor sich hin.


Rabe

Auch der Rabe Max taucht wieder auf und hockt sich dicht vor den Kachelofen. „Sag mal, MosMax, was ist denn nun genau ein Medienkünstler?“, fragt Pia irgendwann versonnen und stellt somit endlich die Frage, um die es ja eigentlich nur ging. MosMax überlegt einen Moment und antwortet dann: „Jemand, der künstlerisch mit den neuen sowie alten Techniken experimentiert und sie neu zusammenfügt – oder anders gesagt, ich erforsche hemmungslos Kunst und dies jetzt schon seit mehr als 20 Jahren. Und ich weiß noch immer nicht, was es ist.“ Er lacht kurz auf. „Das Wort Forschung hat ja viele mit dem Ferkel zu tun – das kleine Schwein, das im Boden wühlt, ist also der Wort-Vorläufer des heutigen Forschers, habe ich wo gelesen. Das ist Kunst.“


Pia

Pia lässt die Worte eine Weile auf sich wirken; denkt an ein rosiges Ferkel, das mit seiner feuchten Schnauze den Mediendschungel durchforstet, sich in Kabeln verheddert, html-Cocktails schlürft, Mikrochips knabbert und dabei vor Vergnügen quietscht. Dann strukturiert
sie diese Vorstellung und wendet sich wieder an MosMax. „Bedeutet Medienkunst vielleicht, die neuen Technologien als Werkzeuge einzusetzen und bestimmte Anwendungen ihres Zwecks zu entheben, neue Kombinationen einzugehen, Zielsetzungen zu verändern und womöglich bei all dem, Fantasie zu entfalten?“ Der Raabe krächzt zufrieden vor sich hin und auch MosMax Hax nickt zustimmend. „Ja, unter anderem heißt es das.“

Na wunderbar. Pia Piaggio hat es also einigermaßen geschnallt. Ich muss sagen, ich bin ganz schön durch den Wind nach all dieser Herumraserei mit dem Tegatti, der sich als Universalvehikel zum Fliegen, Tauchen und Fahren auf jeglicher Art von Gelände erwiesen hat. Ich jage ein letztes Dankeschön für diese interessante Medienkunst-Exkursion durch den Voice-Chat ins Büro von Max Moswitzer in Zürich, wo die Straßenbahnen derweil die Rushhour einleiten, wie ich hier auf meiner ruhigen Finca hören kann. Dann lassen wir Pia mit dem Raben Max allein im virtuellen Raum zurück und ich hoffe inständig, dass Pia all diese erlebte künstlerische Freiheit rückstandsfrei verarbeiten wird und sich nicht etwa ein großes Chaos in ihr ausbreitet. Obwohl – wieso eigentlich nicht? Rein künstlerisch gesehen könnte sie das natürlich ganz schön nach vorne bringen.

Kommentare

  1. Ein toller und interessanter Streifzug durch die SL-Kunstwelt. Vielen Dank dafür!!

Trackbacks

  1. […] der besten Quellen, um sich mit Second Life anzufreunden, ist das Avameo Blog. Pia Piaggio erforscht die Medienkunst ist der letzte Beitrag, der einen schon dazu motiviert, einen Ausflug zu wagen.  Pia Piaggio ist […]

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